Dienstag, 2. November 2010

Festival und "dia de los muertos"

Hallo:)

Diese Wochenende waren wir ja in Guanajuato beim "festival cervantino".
Die anderen aus Puebla sind schon Freitagsmorgens mit Jorges Auto gefahren und Franzi, Elisa, Alena und ich nach der Arbeit mit dem Bus hinterher. Weil der zweite Bus den wir in D.F. nehmen mussten leider schon ausgebucht war, mussten wir dann dort von 20 bis 24 Uhr in der Eingangshalle auf den nächsten freien Bus warten. Vier Stunden Wartezeit können ganz schön kalt, ungemütlich, langweilig und lange werden, wie ich fest stellen musste! Dafür war der Bus, den wir dann hatten, der luxuriöseste Bus, mit dem ich je gefahren bin! Wir hätten bestimmt auch auf einigen Komfort verzichtet und dafür etwas Geld gespart, aber was soll man machen, wenn nur diese eine Linie von D.F. nach Guanajuato fährt:P Als wir dann um 5 Uhr morgens angekommen waren, sind wir in das Haus gefahren, was die anderen für das Wochenende aufgetrieben hatten, in dem wir dann mit 14 Leuten geschlafen haben.
Guanajuato ist eine sehr, sehr schöne und sonst bestimmt auch etwas ruhigere Stadt, aber zur Zeit des Festivals sehr laut und voll. Im Zentrum waren alle Straßen voller Menschen und überall gab es Stände mit Essen oder Souvenirs und an allen Ecken traten Clowns, Musiker, Theater oder Artisten auf.
Außerdem waren wir im "museo de las momias de Guanajuato", in dem, wie der Name ja vielleicht schon verrät, Mumien ausgestellt sind. Von Fehlgeburten bis zu alten Menschen, die alle um Guanajuato entdeckt wurden. Mir persönlich hat diese Art von Ausstellung toter Menschen nicht so zugesagt. Ich musste immer daran denken, dass ich nicht gerne ungefragt als Leiche von anderen Leuten begafft werden würde, aber das ist wohl Geschmackssache.
Auf der Rückfahrt war unser Bus von Guanajuato nach D.F. natürlich wieder ausgebucht und wir hatten schon Angst, am Montag nicht pünktlich zur Arbeit da zu sein, weil ab 23 Uhr keine Busse mehr von D.F. nach Puebla fahren, aber wir konnten dann auf einem anderen Weg mit einmal mehr umsteigen nach D.F. fahren. Dort haben wir dann auch noch einen Bus nach Puebla erwischt, den außer uns aber irgendwie keiner nutzen wollte, weshalb nur Melina, Franzi, Elisa, Alena, Luis und ich in dem Reisebus saßen:) Um 2 Uhr nachts waren wir dann zu Hause und am Montag pünktlich auf der Arbeit;)

Gestern war dann der "dia de los muertos", der Tag der Toten. An diesem Tag, so glaubt man in Mexico, kommen die Toten für einen Tag auf die Erde zu ihren Hinterbliebenen. Dafür werden Altäre mit Blumen, Bildern, dem Lieblingsessen der Toten, und, und, und... geschmückt. Die Familien feiern dann zu Hause oder auf dem Friedhof, mit Musik, guter Laune und natürlich viel Essen, mit ihren Toten.
Der Tag der Toten ist hier also kein Tag der Trauer, sondern des Feierns.
Wir sind gestern Abend auf den Zocalo gefahren, wo viele Altäre aufgebaut waren. Beispielsweise einer für die während der Revolution gestorbenen Frauen. Außerdem gab es dort Konzerte. Besonders gut gefallen hat mir eine Gruppe, deren Namen ich leider nicht weiß, die "truvo" gespielt hat.
Halloween und der dia de los muertos gehen hier irgendwie in einander über, weshalb gestern auf dem Zocalo viele Menschen verkleidet unterwegs waren. Auf einmal stand ein Typ mit einer super gruseligen Halloween-Monster-Maske hinter mir und hat "Buh" gemacht, da bin ich dann erstmal fast Elisa auf den Arm gesprungen...
Als wir uns erkundigt haben, auf welchen Friedhof man am besten gehen sollte, um sich die Feiern anzusehen, wurde uns erzählt, dass man in Puebla diesen Tag gar nicht so traditionell feiert, sondern eher in den kleineren Dörfern. Weshalb wir beschlossen haben, heute dorthin zu fahren, natürlich feiert man in Mexico nämlich zwei Tage;) Der Mann, der uns die Auskunft gegeben hat, hat uns 5 Mädels dann noch auf ein Bier eingeladen (ja, die Mexikaner sind offener und gastfreundlicher als wir Deutschen) und uns dann nachher mit seinem Pick-Up nach Hause gefahren. Endlich konnte ich auch mal auf einer Ladefläche mitfahren, da bin ich schon ganz wild drauf, seit ich hier bin und gestern hat es ganz zufällig geklappt:) Hier wird das nämlich mit dem Auto beladen in der Regel nicht so eng gesehen, da können Leute auf der Ladefläche mitfahren und das Auto mit so vielen Mitfahrern voll geladen werden, wie rein passen. Unser Rekord bis jetzt waren 9 Leute in einem Auto, aber ich würde nicht sicher behaupten wollen, dass das schon die Obergrenze ist:P
Na ja, mit dem einem Mal Pick-Up fahren nicht genug, heute fahren wir mit besagtem Auto in eines der Dörfer (ich hab den Namen natürlich wieder vergessen...), um uns dort die Feierlichkeiten anzugucken:)

Also, bald mehr von mir und dem dia de los muertos ;)
Bis bald, Judith

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