Freitag, 26. November 2010

Es weihnachtet sehr?!

Hallo da draußen!

Und schon wieder ist eine Arbeitswoche vergangen, der Wahnsinn! Drei Monate bin ich jetzt schon hier. Mir bleiben nur noch neun und ich will doch noch so viel sehen und machen!

Unser Haus ist jetzt schon fast fertig, es fehlen nur noch die Möbel:) Wir haben uns schon einen Mini-„Weihnachtsbaum“ (eigentlich nur ein Hut, an dem vorne eine Weihnachtsbaum aus Stoff und Pappe angenäht ist:P) und alle Sachen gekauft, um unseren eigenen kleinen Adventskranz zu basteln. Das kommt dann alles im neuen Haus auf den Küchentisch. Doch obwohl wir das alles schon haben, hier überall Weihnachtsdeko und Bäume in Puebla aufgebaut sind und in jedem Laden Weihnachtsmusik läuft, weiß ich noch nicht, ob ich dieses Jahr so richtig in Weihnachtsstimmung kommen werde.
Sonst friert man doch immer in der Adventszeit, geht auf Weihnachtsmärkte und mit ein bisschen Glück fällt Schnee. Hier ist noch nicht mal Laub gefallen, wir laufen in T-Shirts und Tops rum und einen Weihnachtsmarkt habe ich hier auch noch nicht entdeckt, aber mal sehen, vielleicht funktioniert das ja trotzdem;)

Letztens wurden von allen Kindern im Casa Einzelfotos gemacht, die in einem Supermarkt in der Nähe des Casas ausgehangen werden, mit kleinen persönlichen Wunschlisten drunter. Die Leute, die dann dort einkaufen gehen, können dann Weihnachtsgeschenke für die Kids spenden. Demnächst wollen wir mal losziehen, um die Fotos im Supermarkt zu suchen.
Wir werden Plätzchen für die Kinder backen und haben alle noch die ein oder anderen Kleinigkeiten aus Deutschland mitgebracht, die es dann wohl auch zu Weihnachten geben wird.

Heute wird Lalo adoptiert. Um sechs kommen seine Eltern und holen ihn ab. Ich bin dann leider nicht da, weil wir jetzt öfters die Woche zum Zumba und Salsa-Kurs gehen. Ich bin doch so neugierig und hätte sie so gerne gesehen! Aber es freut mich für ihn, dass er eine Familie gefunden hat, er ist nämlich schon seit er fünf Monate alt ist hier im Casa und mittlerweile ist er acht Jahre alt. Er hat mir aber auch erzählt, dass er die anderen Kinder und das Casa vermissen wird, er kenn ja auch nichts anderes, allerdings denke und hoffe ich, dass er sich schnell in seiner Familie einleben wird!

Vorgestern musste Edith morgens mit Karina ins Krankenhaus, weil die Arme sich den Finger gebrochen hat, und ich war dann den ganzen Vormittag alleine und habe die Arbeit, die wir sonst mindestens zu zweit machen alleine erledigt. Danach war ich vielleicht fertig und genervt kann ich euch sagen! Zum Glück kam um 12 Uhr Isaac, der nicht im Kindergarten war, weil er wegen seinem Husten zum Arzt musste und hat meine Stimmung wieder gehoben. Dann hatte ich nämlich einen kleinen Helfer:)
Wobei ich auch manchmal das Gefühl habe, dass die Kinder sich genauso um mich kümmern, wie ich mich um sie. Ana hat mir am Anfang immer gesagt, ich müsste mir doch mal meinen Pony schneiden lassen, ich könnte doch mit dem einen Auge schon gar nichts mehr sehen. Ein anderes Mal haben wir Mädels uns auf den Weg zum Zocalo gemacht und auf dem Hof dann noch die Kinder getroffen. Ich habe mich ein bisschen mit Ana und Carmen unterhalten, bis Ana ganz aufgeregt meinte, ich müsste mich schnell beeilen, weil meine Freundinnen schon fast weg sind. Und Vorgestern meinte Isaac zu mir, als er, weil ich nur Ballerinas anhatte, meine Mückenstiche aus Puerto Angel auf meinen Füßen gesehen hat, ich sollte mir doch besser Turnschuhe anziehen, wie er, dann würde ich keine Mückenstiche bekommen. Ich habe also hier ganz viele kleine Ersatz-Mamis und Papis. Aber keine Sorge Mama und Papa, ich komme trotzdem wieder nach Hause;)

Gestern auf der Arbeit hat mir Edith aus Versehen zweimal die Schranktür gegen den Kopf gedonnert, worauf ich dann meinte ich würde morgen nicht zur Arbeit kommen, das sei mir eindeutig zu gefährlich mit ihr. Aber ich war dann heute doch Arbeiten:P
Außerdem habe ich Edith gestern den Tag gerettet, weil ich ihre Brille, die sie am Tag vorher in der Wäsche verloren hatte, wieder gefunden habe. Und trotz Kopfschmerzen habe ich sie ihr wieder gegeben;)
Gestern Nachmittag hat eine andere Frau vom Personal bei den „preescolares“ ausgeholfen, weil die eigentliche Nachmittagsschicht nicht konnte. Und als sie dann einige Zeit mit den Kindern alleine war, haben diese sich gegenseitig geschlagen, sind ihr auf der Nase rum getanzt und eins der größeren hat ihr auf die Nase geschlagen und sie angeschrien, sie habe Angst vor ihm.
Warum erzähle ich das jetzt? Ich dachte, dies wäre eine Situation, die ganz gut zeigt, dass die Arbeit mit den Kindern echt schwierig und Nerven aufreibend sein kann. Zwar sind sie eigentlich alle super liebenswert und in so einer krassen Situation habe ich selbst mich zum Glück noch nie befunden, aber obwohl meine Kinder erst drei bis acht Jahre alt sind können sie einem das Leben echt schwer machen, wenn sie es drauf anlegen.
Aber wenn sie sich dann wieder beruhigt haben, mit mir spielen oder knuddeln wollen, weiß ich zum Glück immer wieder, warum ich mich entschieden habe hier zu arbeiten und dass es auch seine richtig guten Seiten hat, bei den Kindern zu sein!

So, genug für heute!
Liebe Grüße, Judith

1 Kommentar:

  1. du musst da was ändern..."mit Glück fällt ein bisschen Schnee" - mittlerweile geht das ohne Glück. Haben seit fast einer Woche eine kleine Schneedecke und der Winter hat noch nicht mal richtig angefangen...

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